Weihnachtsgerichte

Zugegeben: Schon innerhalb Österreichs unterscheiden sich die Weihnachtsgerichte stark von Region zu Region. Während in Wien oft der Karpfen serviert wird, kommen in Tirol frische Kalbswürstel auf den Tisch, in Kärnten Selchwurst, im Burgenland die Gans und in Vorarlberg Raclette. Allen Varianten gemeinsam ist: Weihnachten ist ein kulinarisches Fest.

Blickt man jedoch über die Landesgrenzen hinaus, zeigt sich erst, wie unterschiedlich Weihnachten weltweit schmeckt und wie eng traditionelle Festgerichte mit Kultur, Klima und Landwirtschaft verbunden sind. Gerade hier lohnt es sich, einen genaueren Blick auf Herkunft, Tierhaltung und Qualität zu werfen. Denn egal ob Truthahn, Fisch oder Lamm: Wie ein Lebensmittel erzeugt wird, macht einen entscheidenden Unterschied – für Tiere, Umwelt und letztlich auch für uns.

Vereinigtes Königreich: Truthahn mit Tradition – Bio macht den Unterschied

Im Vereinigten Königreich ist Weihnachten ohne Truthahn kaum vorstellbar. Klassisch wird er gefüllt serviert, dazu gibt es reichlich Gemüse, Bratensauce, Rosenkohl und die berühmten „Pigs in Blankets“ – kleine Würstchen im Speckmantel als Beilage. Gerade was das Geflügel angeht ist die Wahl der Qualität jedoch besonders wichtig. Daher ist eine Verwendung von Bio-Fleisch in der Küche allen zu empfehlen! Bio-Truthähne wachsen nämlich langsamer, haben mehr Platz, Auslauf und ein stabiles Knochengerüst. Im Gegensatz dazu steht industriell erzeugtes Geflügelfleisch aus intensiver Mast, bei dem extreme Leistungszucht und schnelles Wachstum oft zulasten von Tiergesundheit und Fleischqualität gehen.

Italien: Weihnachten kommt aus dem Meer – Qualität statt Masse

In vielen Regionen Italiens spielt Fleisch an Heiligabend traditionell eine Nebenrolle. Stattdessen stehen Fischgerichte im Mittelpunkt. Besonders bekannt ist die „Festa dei sette pesci“, das Fest der sieben Fische, vor allem bei Italo-Amerikaner:innen. Auch hier gilt: Bio-Fisch und nachhaltig zertifizierte Produkte stehen für kontrollierte Herkunft, geringere Umweltbelastung und transparente Produktionsbedingungen. Daher ist der Griff zum Bio-Fisch eine nachhaltige Entscheidung.

Japan: Weihnachten bei KFC – ein Kontrast zur Bio-Idee

Was für viele überraschend klingt, ist in Japan Realität: Ein Kübel Brathähnchen von KFC gehört für viele Familien zu Weihnachten einfach dazu. Ausgelöst wurde dieser Brauch durch eine Marketingkampagne in den 1970er-Jahren. Doch Vorsicht für alljene, die dieses Ritual nachahmen wollen. Extrem schnell gewachsene Hühner aus intensiver Mast, die kaum Bewegung haben und eine minimale Lebensdauer werden meistens für diese und ähnliche Fast Food-Gerichte verwendet. Wer auf Brathähnchen steht, kann diese jedoch genauso gut selber zubereiten  und dabei auf Bio-Geflügel zurückgreifen. Dieses wächst langsamer, ist robuster, gesünder und steht für einen respektvollen Umgang mit dem Tier.

Island: Geräuchertes Lamm aus traditioneller Haltung

In Island kommt zu Weihnachten „Hangikjöt“ auf den Tisch. Das ist ein Gericht aus geräuchertem Lamm- oder Schafkeule. Diese Tiere in Island leben dabei meist auf weitläufigen Weideflächen, was der Fleischqualität zugutekommt. Die isländische Form der extensiven Haltung entspricht in vielen Punkten den Prinzipien der Bio-Landwirtschaft. Das Ergebnis ist ein aromatisches Fleisch, das perfekt zu den langen Winternächten passt.

Schweden: Janssons Versuchung – einfache Zutaten, große Wirkung

„Janssons frestelse“, ein cremiger Auflauf aus Kartoffeln, Zwiebeln, Sahne und Anchovis, gehört in Schweden zu jedem Weihnachtsbuffet. Das Gericht zeigt, dass festliche Küche nicht kompliziert sein muss und auch nicht immer auf rotes Fleisch zurückgegriffen werden muss. Worauf man jedoch zurückgreifen sollte sind Bio-Zutaten. Diese entfalten ihren Geschmack besonders dort, wo wenig verarbeitet wird. Gute Grundprodukte machen einfach den Unterschied. Und das ohne künstliche Zusätze oder Geschmacksverstärker.

Norwegen: Lutefisk – Tradition mit Charakter

In Norwegen gehört Lutefisk, speziell behandelter Stockfisch, für viele zur Weihnachtszeit. Der intensive Geruch spaltet die Gemüter, der Geschmack ist dabei jedoch milder als erwartet. Auch hier gilt: Nachhaltig gefangener oder biologisch erzeugter Fisch steht für transparente Lieferketten und einen respektvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

Mexiko: Tamales – Gemeinschaft, Tradition und Ursprünglichkeit

In Mexiko sind Tamales fixer Bestandteil der Weihnachtsfeiern. Die gefüllten Maisteigrollen werden gemeinsam zubereitet – oft generationenübergreifend. Mais, Bohnen und Gemüse bilden dabei die Basis und zeigen, wie stark traditionelle Küche mit regionaler Landwirtschaft verbunden sein kann. Bio knüpft genau an diese Ursprünglichkeit an: regionale Rohstoffe, kurze Wege und eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur.

Weihnachten schmeckt überall anders – Bio verbindet Genuss und Verantwortung

Wie man sieht, kann heutzutage jedes Gericht in Bio Qualität zubereitet werden, egal wo dieses auch seinen Ursprung hat. Auch wenn die Festtage oftmals als eine wahre Völlerei daherkommen, ist es essenziell für einen nachhaltigen Lebensstil, auch zu exzessiven Konsumfesten wie Weihnachten oder Neujahr, auf kontrollierte, biologische Produkte zurückzugreifen. Um zu zeigen, dass Genuss und Verantwortung kein Widerspruch sein müssen. Wer zu Weihnachten bewusst einkauft, entscheidet sich nicht nur für Geschmack, sondern auch für Respekt gegenüber Tieren, Umwelt und den Menschen hinter den Lebensmitteln.


Titelbild © Jed Owen via unspalsh (Zugriff 15.12.2025)