
Steigende Kosten für Lebensmittel, Energie und Personal setzen die Gastronomie massiv unter Druck. Viele Betriebe zögern dennoch, ihre Preise anzupassen – aus Angst, Gäste zu verlieren oder Stammkundschaft zu irritieren. Wir zeigen dir jedoch, wie du Preise erhöhen kannst, ohne Gäste zu vergraulen. In unserem ersten Teil geht es um die Indirekte Preiserhöhung. So kannst du mehr verdienen, ohne den Preis sichtbar zu erhöhen. Wir zeigen dir, wo und wie du hier ansetzten musst.
Indirekte Preiserhöhungen: Mehr verdienen, ohne den Preis sichtbar zu erhöhen
Nicht jede Preissteigerung muss als neue Zahl auf der Karte erscheinen. Oft lässt sich der Ertrag erhöhen, auch ohne dass Gäste es als „Preisschock“ wahrnehmen. Wie genau? Das erfährst du hier:
1. Rabatte und Sonderkonditionen überprüfen
Rabatte, die einst eingeführt wurden, um mehr Gäste anzuziehen, bleiben oft jahrelang bestehen, obwohl sie längst nicht mehr nötig sind. Prüfe daher:
- Brauchst du alle Rabattaktionen wirklich noch?
- Kann eine erlassene Raummiete wieder eingeführt werden?
- Sind Stammgäste bereit, für Qualität und Verlässlichkeit wieder den vollen Preis zu zahlen?
Hier gilt: Lieber faire, stabile Preise als ein dauerhafter Ausverkauf der eigenen Leistung.
2. Rabatt-Tage begrenzen
Aktionen wie „2-für-1-Mittagstisch“ oder „50% auf ein Getränk mittags“ können sinnvoll sein – aber nicht an jedem Tag. Konzentriere solche Angebote lieber auf ruhigere Tage (Montag bis Donnerstag) und verzichte am umsatzstarken Wochenende darauf.
3. Aktionen gezielt einsetzen
Thematische Aktionswochen, Spezialmenüs oder Degustationsabende haben einen Vorteil: Es gibt keinen direkten Vergleichspreis, weil das Angebot „neu“ ist. Du bist daher frei in der Preisgestaltung und kannst einen Preis wählen, der die tatsächlichen Kosten und den Anspruch widerspiegelt.
Indirekte Preiserhöhungen: ein Fazit
Wer seine Preise klug gestaltet, muss sie nicht immer offen erhöhen, um wirtschaftlich zu bleiben. Oft genügt es, Rabatte zu überdenken und Aktionen gezielter einzusetzen, um den wahren Wert des Angebots sichtbar zu machen.
Besonders dann, wenn Qualität im Mittelpunkt steht – etwa bei der Verwendung von Bio-Fleisch oder regionalen Zutaten –, verstehen Gäste höhere oder stabilisierte Preise besser. Denn sie zahlen nicht nur für das Gericht, sondern auch für Transparenz, Herkunft und eine faire, nachhaltige Gastronomie.
Bilder © Jakub Żerdzicki via Unsplash
