Bio-Fleisch für Veganer

Vegan zu leben galt lange als konsequente Antwort auf Massentierhaltung, Klimakrise und industrielle Lebensmittelproduktion. International mehren sich zuletzt jedoch Berichte über eine gewisse Ernüchterung: Manche Menschen kehren wieder zu tierischen Produkten zurück. Dieses Phänomen wird schnell als „Ende des Vegan-Trends“ interpretiert. Tatsächlich zeigt sich dabei jedoch eher etwas anderes: Viele suchen nach praktikablen, langfristig durchhaltbaren Lösungen zwischen komplettem Verzicht und gedankenlosem Konsum. Wir erklären dir, warum Bio-Fleisch die perfekte „Alternative“ für Veganer:innen ist.

Warum Verzicht allein oft nicht reicht

Für viele (ehemalige) Veganer:innen war Tierwohl der wichtigste Beweggrund für den Verzicht auf Fleisch. Studien zeigen: Nicht Gesundheit oder Lifestyle stehen im Vordergrund, sondern ethische Fragen. Die Ablehnung von Massentierhaltung, Antibiotikaeinsatz, Umweltzerstörung und fehlender Transparenz war ausschlaggebend.

Doch ein kompletter Fleischverzicht bzw. der Verzicht tierischer Produkte ist für manche Menschen langfristig einfach nur schwer umzusetzen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die ursprünglichen Werte aufgegeben werden müssen. Entscheidend ist vielmehr die Frage: Wenn Fleisch, dann welches?

Orientierung statt Ideologie: Der WWF-Fleischratgeber

Genau hier setzt der WWF-Fleischratgeber an. Er verfolgt keinen radikalen Alles-oder-nichts-Ansatz, sondern eine klare Botschaft: Pflanzliche Lebensmittel sollten die Basis sein. Fleisch, wenn überhaupt, dann bewusst ausgewählt und deutlich reduziert.

Empfehlung des WWF

Doch Fleisch ist ja bekanntlich nicht gleich Fleisch. Laut WWF Fleischratgeber giltBio-Fleisch aus Österreich – natürlich in Maßen – ist die beste Wahl. Es steht für mehr Platz, Auslauf und artgerechte Haltung, gentechnikfreies Futter und strengere Tierwohlstandards.

Produkte aus konventioneller oder importierter Erzeugung schneiden laut WWF hingegen oft schlechter ab. Etwa beim Einsatz von Soja aus Regenwaldgebieten, Antibiotika oder fehlender Betäubung bei der Kastration.

Die Botschaft ist eindeutig: Herkunft und Produktionsweise machen den Unterschied und empfehlen klar den Griff zu Bioprodukten aus Österreich bzw. der Region. Der Klimaschutz beginnt am Teller. Und manchmal bedeutet das nicht völligen Verzicht, sondern einfach nur bessere Entscheidungen. Genau dabei helfen Orientierungen wie der WWF-Fleischratgeber. Sachlich, realistisch und ohne moralischen Zeigefinger.

Bio-Fleisch als konsequente Weiterentwicklung

Für Menschen, die aus ethischen Gründen vegan waren, jedoch wieder Fleisch essen möchten, ist Bio-Fleisch aber kein Rückschritt, sondern vielmehr eine logische Weiterentwicklung ihrer tierethisches Grundhaltung.

Es ist mehr als verständlich. Für Menschen, die aus Überzeugung vegan waren, kommt konventionelles Fleisch oft einfach nicht mehr Infrage. Bio-Fleisch bietet hier jedoch eine klare Alternative, weil es zentrale Kritikpunkte an der Tierhaltung und anderen Punkten adressiert:

  • Höhere Tierwohlstandards: Mehr Platz, Auslauf, artgerechte Haltung und strengere Vorschriften als in der konventionellen Landwirtschaft. Vor allem was die Produktion betrifft, gibt es Bio-Metzgereien wie etwa Sonnberg Bio-Fleisch, die auf ethische Standards setzen, um die Tiere stressfrei zu schlachten.
  • Kein Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden im Futterbau
  • Kein prophylaktischer Antibiotikaeinsatz, kein Wachstumsdruck
  • Förderung geschlossener Kreisläufe, die Böden schützen und langfristig fruchtbar halten
  • Regionale Futtergrundlagen (aufgrund der verpflichtenden Weidehaltung), geringere Abhängigkeit von Importsoja, Bio-Rinder essen zum Beispiel auch Bio-Futter.

Bio-Fleisch: Fleisch, das mit veganen Werten vereinbar ist

Bio-Fleisch steht dabei nicht für „mehr Fleisch“, sondern vor allem für einen bewussteren Fleischkonsum. Es passt somit zu einer Haltung, die Qualität über Quantität stellt und auch Regionalität, Nachhaltigkeit und eine gesunde Welt im Fokus hat. Lauter  Ansätze, der vielen (ehemaligen) Veganer:innen näher ist, als ein vollständiger Verzicht oder gedankenloser Konsum.


Titelbild © Sonnberg