Gastro Preisgefühl

Unsere Reihe Gastrotrends 2026 zeigt, welche Entwicklungen die Branche wirklich prägen. Nach dem Erlebnisfaktor (Teil 1) und dem Trend zur Spontanität (Teil 2) steht diesmal ein Thema im Mittelpunkt, das aktuell fast alle Betriebe beschäftigt: die Frage nach dem richtigen Preisgefühl. Denn die Gäste achten mehr denn je auf ihr Geld. ABER – und das ist wichtig zu wissen! – nicht im Sinne von „billig um jeden Preis“. Stattdessen zählt das Verhältnis zwischen Preis, Leistung und Haltung. 

Preisgefühl: Bewusster statt billig

In einer Zeit steigender Lebenshaltungskosten und wachsender Preissensibilität suchen Gäste vor allem nach nachvollziehbaren Angeboten. Sie vergleichen nicht nur Zahlen auf der Karte, sondern vor allem auch die Werte dahinter: Woher stammt das Produkt? Wie wurde es hergestellt? Ist der Preis fair? Auch im Hinblick auf Umwelt und Erzeugung?

Viele innovative Betriebe merken daher recht schnell: Wer klar erklärt, warum ein Gericht etwas kostet, kann sogar höhere Preise gerechtfertigt kommunizieren. Entscheidend ist also vor allem die Transparenz. Es geht nicht darum, das günstigste Schnitzel zu servieren, sondern glaubwürdig zu zeigen, warum Qualität, Herkunft und Handwerk ihren Wert haben.

Der Bio-Faktor als Schlüssel

Gerade biologisch produzierte Lebensmittel spielen in diesem Wandel eine zentrale Rolle. Zwar ist Bio oftmals vielleicht teurer, ABER es bietet Gästen genau das, was sie zunehmend suchen: einen echten bzw. nachvollziehbaren Grund, mehr zu bezahlen. Bio steht für Kontrolle, Tierwohl, faire Produktion und Nachhaltigkeit. Und all das schafft Vertrauen.

Studien zeigen, dass viele Gäste bereit sind, für nachhaltige und transparent erzeugte Lebensmittel tiefer in die Tasche zu greifen. Vor allem wenn sie spüren, dass die Haltung des Betriebs dazu passt. Wer also Bio nicht nur als Label, sondern als Teil seines Gesamtauftritts versteht, positioniert sich klar und glaubwürdig.

Qualität ist das neue Preisargument

Der moderne Gast also denkt nicht mehr in Kategorien von „billig oder teuer“, sondern in „lohnt sich das für mich?“, „ist das gut für die Welt?“. Genau hier entsteht die neue Gastronomie der Zukunft: ehrlich, nachvollziehbar und wertorientiert.

Gastronom:innen, die Preis-Leistung richtig definieren. Als Balance aus Qualität, Transparenz und Haltung, schaffen Vertrauen und Differenzierung zugleich. Denn fair bleibt am Ende nicht, wer am günstigsten ist, sondern wer seinen Wert erklären kann.


Titelbild © Marija Zaric via Unspalsh