Mercosur und Gastro

Das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten steht vor der Tür und wird die europäische Lebensmittelbranche erheblich verändern. Insbesondere die Gastronomie ist diesbezüglich mit einer Herausforderung konfrontiert. Der Einkauf von exportierten Billigfleisch und anderen Agrarprodukten aus Südamerika ist in wirtschaftlicher Hinsicht zwar verlockend. Doch Vorsicht: gerade das könnte ein Fehler sein, da Gäste immer mehr auf Nachhaltigkeit setzen und Transparenz. Was den Zukauf somit problematisch macht.

Günstiges Fleisch: Vorsicht vor der Preisfrage!

Mit dem Mercosur-Abkommen dürfen größere Mengen an Rindfleisch und anderen Agrarprodukten zu reduzierten Zöllen in die EU importiert werden. Die Verlockung, von diesen günstigeren Preisen zu profitieren, ist groß. Vor allem in der Gastronomie, wo jeder Cent zählt.

Allerdings ist gerade dieser Preisvorteil recht trügerisch. Die Qualität und die Herkunft dieser Produkte aus den Mercosur-Staaten sind nämlich häufig fragwürdig, da sie aus Produktionssystemen stammen, die nicht den hohen Standards der europäischen, aber vor allem der österreichischen Landwirtschaft in Bezug auf Tierwohl und Umwelt entsprechen.

Hauptsache billig: ein Denkfehler

Das Senken der betrieblichen Ansprüche in den Bereichen Nachhaltigkeit, Qualität und Tierwohl, um beim Einkaufspreis zu sparen, könnte sich für einen jeden Gastrobetrieb als großer Fehler erweisen. Warum?

Weil wir in einer Zeit leben in der Konsumenten und Konsumentinnen zunehmend auf Qualität und Herkunft der Lebensmittel achten. Gerade weil die Menschen gerade sehr viele wirtschaftliche Sorgen haben achten sie nur umso genauer darauf wohin ihr Geld fließt. Bedeutet: Gäste erwarten einfach mehr Nachhaltigkeit in der Gastronomie und Hotellerie.

Unbequeme Fragen

Dieser Focus auf Nachhaltigkeit, Qualität und Tierwohl führt dazu, dass die Menschen nachfragen und sich genau informieren, bevor sie ihr Geld ausgeben. Wenn die Gäste also anfangen, Fragen zu stellen wie „Woher kommt dieses Fleisch?“ oder „Unter welchen Bedingungen wurde es produziert?“, wird ein jeder Gastronomiebetrieb unter Druck geraten, transparente Antworten zu liefern, wenn er seine Waren aus Übersee importiert und eben nicht auf die hochwertigen und nachhaltigen Produkte heimischer Landwirte und Landwirtinnen zurückgreift.

Betriebe, die hier keine klaren Informationen bieten können, riskieren, das Vertrauen ihrer Gäste zu verlieren und letztendlich in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit abzurutschen. Die Menschen achten immer mehr auf Qualität bei ihrem Einkauf. Und es ist ein Fehler, wenn Gastrobetriebe dies nicht ebenfalls tun. Auch wenn die Lokalbesuche boomen, so strömen die Gäste vermehrt in Restaurants und Bars, die sich mit einer guten Nachhaltigkeitsstrategie von der 08-15 Konkurrenz haben absetzen können.

Fazit: Qualität schlägt den Billigpreis

Das Mercosur-Abkommen ist sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance für die Gastronomie. Betriebe müssen sich daher ganz bewusst mit der Thematik auseinandersetzen und überlegen, wie sie sich positionieren wollen.

Dabei ist es entscheidend, dass Gastronomiebetriebe nicht nur auf die kurzfristigen Preisvorteile setzen, sondern auch die langfristigen Auswirkungen auf ihre Reputation und den Gästevertrauen berücksichtigen. Qualität und Transparenz sollten im Mittelpunkt der Strategie stehen, um in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt, in dem Nachhaltigkeit und Tierwohl immer wichtiger werden, bestehen zu können.


Titelbild © Kyle Mackie via unsplash