alkoholfreie Getränke

Alkoholfreie Getränke sind längst mehr als eine nette Dreingabe. Sie sind zu einem der wichtigsten Ertragspfeiler in der Gastronomie geworden. Wer hier klug kalkuliert, schafft sich ein zusätzliches Budget, das direkt in höherwertige Produkte wie Bio-Fleisch und bessere Zutaten fließen kann.

Alkoholfreie Drinks als Margen-Booster

Die Gewinnmarge bei Getränken ist generell hoch, knapp 85 Prozent. Bei gut gemachten alkoholfreien Drinks oft noch einmal besonders attraktiv, weil der Wareneinsatz im Verhältnis zum Verkaufspreis niedrig ist. Kreative Mocktails, hausgemachte Bio-Limonaden oder fermentierte Fruchtsodas zum Beispiel lassen sich dabei preislich in derselben Liga wie klassische Cocktails positionieren, erzielen aber einen ähnlich hohen oder sogar höheren Deckungsbeitrag.

Extra-Budget für mehr Bio-Fleisch

Während bei Speisen hochwertige Zutaten – etwa Bio-Fleisch oder Bio-Gemüse – den Wareneinsatz deutlich nach oben treiben, bleibt dieser bei alkoholfreien Getränken überschaubar, obwohl Gäste natürlich auch bereit sind, für Qualität, Handwerk und Aromenvielfalt mehr zu bezahlen. Der zusätzliche Gewinn, das hier pro Glas erwirtschaftet wird, kann jedoch gezielt als eine Form des Extra-Budgets für bessere Produkte eingesetzt werden: mehr Bio-Anteil auf der Karte, regionale Spezialitäten, der Umstieg auf Bio-Fleisch.

Zero-Proof statt Null-Genuss

Der Markt für „Zero-Proof“-Getränke wächst seit Jahren deutlich an– in manchen Segmenten sogar mit einem zweistelligen Wachstum pro Jahr. Der Trend kommt nicht nur von Gästen, die keinen Alkohol trinken, sondern von denen, die auch bewusster genießen wollen: weniger Promille, aber volles Geschmackserlebnis.

Was früher „Soda-Zitron“ und „Apfelsaft gespritzt“ war, wird heute ersetzt durch:

– hausgemachte Infusionen mit Kräutern und Gewürzen

– fermentierte Tees und Fruchtsodas

– alkoholfreie Cocktails mit komplexen Aromen

– saisonale Bio-Säfte und Essig-Tonics

Der entscheidende Perspektivenwechsel: Es fehlt nicht „der Alkohol“, sondern es entsteht etwas völlig Eigenständiges mit Anspruch, Handwerk und Charakter.

Qualität als Währungsfaktor

Der wirtschaftliche Hebel entsteht genau dort, wo Qualität ernst genommen wird. Selbstgemachte Sirupe, regionale Früchte, frische Kräuter, hochwertige Bio-Säfte und eigens entwickelte Rezepturen machen aus einem anonymen No-Name-Getränk ein wahrhaftiges Signature-Produkt. Gäste honorieren das mit höherer Zahlungsbereitschaft – und du erzielst Deckungsbeiträge, die klassischen Cocktails kaum nachstehen.

Wichtig ist es dabei, alkoholfreie Drinks nicht als „billige Alternative“ zu bepreisen, sondern selbstbewusst auf Augenhöhe mit alkoholischen Cocktails. Das bedeutet: gleiche Sorgfalt beim Rezept, ansprechende Glaswahl und Garnitur, kurze Story zur Herkunft der Zutaten (z.B. Bio-Apfelsaft vom Hof XY, hausgemachter Ingwerferment usw.)

So entsteht eine Getränkekarte, die Genuss statt Verzicht kommuniziert und gleichzeitig verlässlich zur Querfinanzierung deiner hochwertigen Küche beiträgt.

Bio gibt dem Trend Tiefe

Gerade bei alkoholfreien Getränken passt Bio ideal zum Gesamtbild: unbelastete Früchte, natürliche Farben und authentische Aromen. Ein Bio-Holunder, handgepflückte Minze, ein naturtrüber, hausgepresster Bio-Apfelsaft oder ein Sirup aus regionalen Beeren geben jedem Drink Herkunft und Geschichte und machen den Mehrpreis auch nachvollziehbar.

Wenn du dich konsequent für Bio entscheidest, schafft die hohe Marge der alkoholfreien Getränke Spielraum, bei den Lebensmitteln noch konsequenter zu sein:

– Umstieg von konventionellem auf Bio-Fleisch

– Einsatz besonderer Rassen und „nose-to-tail“-Konzepte

– mehr Bio-Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide aus der Region

So arbeitet die Getränkekarte direkt für dein Profil als nachhaltiger Betrieb.

Mit alkoholfrei zu mehr Bio

Alkoholfrei ist kein Verzicht, sondern ein betriebswirtschaftlicher und kulinarischer Hebel. Wer ein ausgeklügeltes, hochwertiges Angebot an alkoholfreien Drinks aufbaut, steigert nicht nur den Umsatz pro Gast, sondern erhöht auch aktiv den Deckungsbeitrag, der für bessere Produkte verfügbar ist. Dieses Extra-Budget kann in Bio-Fleisch, Bio-Gemüse und handwerkliche Qualität fließen und macht deine Gastronomie sichtbarer, glaubwürdiger und zukunftsfähiger.


Titelbild © Anil Sharma via Unspalsh