Bratwürste

Die Arbeiterkammer hat auch heuer wieder untersucht, wie es um die Qualität heimischer Bratwürste steht – mit einem insgesamt sehr positiven Ergebnis. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: Nachhaltige Herstellung, Herkunft der Zutaten und Produktionsbedingungen spielen in solchen Qualitätsbewertungen nach wie vor keine Rolle. Und das, obwohl gerade diese Faktoren entscheidend sind, wenn man Lebensmittel wirklich ganzheitlich beurteilen möchte.

Bratwürste im Qualitätscheck: Österreich punktet – aber nur am Teller

Die Arbeiterkammer Oberösterreich hat erneut einen genaueren Blick auf die Qualität von Bratwürsten geworfen. Und das Ergebnis fällt erfreulich aus, denn bei keiner einzigen der getesteten Proben gab es Beanstandungen. Das zeigt, dass die heimische Lebensmittelproduktion in puncto Sicherheit und Verarbeitung ein sehr hohes Niveau erreicht hat. Im Vergleich zu früheren Untersuchungen ist das sogar eine klare Verbesserung und ein Zeichen dafür, dass Betriebe kontinuierlich an Qualität und Hygiene arbeiten.

11 Produkte im Test – geprüft auf Hygiene, Geschmack und Konsumentenerwartung

Insgesamt wurden 11 verschiedene Bratwürste untersucht: sieben gebrühte und vier rohe Würste aus Supermärkten und Fleischereien. Neben streng mikrobiologischen Analysen wurde auch eine sensorische Überprüfung durchgeführt. Bewertet wurden Aussehen, Geruch, Aroma, Würzung, Saftigkeit und der typische Fleischgeschmack – alles Kriterien, die für Konsumentinnen und Konsumenten im Alltag entscheidend sind.

Auch rechtliche Vorgaben flossen in die Gesamtbewertung ein, etwa das Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz sowie die Frage, ob das Produkt den „berechtigten Verbrauchererwartungen“ entspricht. Das Ergebnis: Alle Würste hielten die geforderten Standards ein, hygienische Mängel wurden in keiner Probe festgestellt.

Fehlendes Kriterium im Test: Nachhaltigkeit

Trotz aller positiven Ergebnisse wirft die Untersuchung eine grundlegende Frage auf: Warum wird Nachhaltigkeit weiterhin nicht als Qualitätsmerkmal berücksichtigt?

Bratwürste bestehen nämlich nicht nur aus Geschmack und Hygiene. Ihre Herkunft, Produktionsweise und der ökologische Fußabdruck sind ebenso wesentlich für die tatsächliche Qualität eines Lebensmittels. Entscheidend ist nicht nur, was auf dem Teller liegt, sondern wie genau es dorthin gekommen ist.

Woher stammt das Fleisch? Unter welchen Bedingungen wurden die Tiere gehalten? Wie lang waren die Transportwege? Welche Zusatzstoffe werden eingesetzt? All das bleibt im derzeitigen Bewertungssystem leider unberücksichtigt. Dabei gehören genau diese Faktoren zu einer modernen, umfassenden Lebensmittelbeurteilung.

Warum Bio der einzig wirklich transparente Maßstab ist

Wenn es um ganzheitliche Lebensmittelqualität geht, liefern im Grunde nur Bio zertifizierte Produkte einen entscheidenden Vorteil. Denn Bio ist die einzige Produktionsweise, die vom Feld bis auf den Teller unabhängig kontrolliert, transparent dokumentiert und staatlich zertifiziert ist.

„Wenn man Lebensmittel ganzheitlich bewerten möchte, führt kein Weg an der Nachhaltigkeit vorbei. Die einzige vollständig zertifizierte Form, um diese jedoch nachvollziehbar darzustellen, ist Bio. Denn nur Bio garantiert, dass jedes Lebensmittel geprüft, kontrolliert und transparent in seiner Herkunft und Herstellungsweise nachvollziehbar ist.“, erklärt Helga Juffinger von der Biometzgerei Juffinger

Damit schafft Bio jene Sicherheit und Transparenz, die konventionelle Produkte oft nicht bieten  und die auch in Tests wie diesem endlich einen Platz bekommen sollten. Denn wahre Qualität endet nicht beim Geschmack, sie beginnt bereits am Bauernhof.

Guter Test – aber der wichtigste Aspekt fehlt

Der AK-Test bestätigt. Österreich kann Wurstqualität. Geschmack und Verarbeitung stimmen, hygienische Mängel wurden keine gefunden. Doch eines zeigt sich ebenso deutlich: Wenn Nachhaltigkeit erneut außen vor bleibt, wird nur ein Teil der Realität bewertet.

Der wahre Wert eines Lebensmittels entsteht nämlich nicht erst in der Pfanne, sondern lange davor. Am Acker, im Stall und entlang der gesamten Produktionskette. Es wäre daher ein starkes Signal, wenn künftige Qualitätstests auch ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen würden. Und bis dahin bleibt Bio die einzige Lebensmittelkategorie, die all diese Faktoren verlässlich abdeckt: geprüft, zertifiziert und transparent.


Titelbild © Sonnberg Biofleisch